Archiv für Januar 2009

Trash mit Style

Verhältnismäßigkeit der Mittel

aus der aktuellen Jungle World:

Die propalästinensische Seite hatte erstaunlich wenig Argumente zu bieten. Eins davon war, dass Israel die »Verhältnismäßigkeit der Mittel« nicht wahre. Aber worin bestünde die eigentlich, fragte sich auch André Glucksman in Le Monde. Ist sie gewährleistet, wenn Israel mit selbstgebastelten Qassams zurückschießt? Wenn Israel Selbstmordattentäter auf einen belebten Markt in Gaza-Stadt schickt? Wäre das eine angemessene Reaktion auf die Politik der Hamas?

Antifa heißt….

Aktuell läuft im Antifaschistischen Infoblatt eine Debatte um antifaschistische Praxis und Theorie mit Beiträgen von der Kampagne ‚NS Verherrlichung stoppen“, der ALB, der ALI, LeA und TOP Berlin. Ebenfalls in der neuen AIB ist ein Interview-Streitgespräch zwischen Antifaschistische Koordination Köln & Umland [AKKU] und Antifa AK Köln, was insbesondere dadurch Relevanz besitzt, dass [AKKU] sich tendenziell der Interventionistischen Linken und der Antifa AK dem UmsGanze Bündnis zurechnen, d.h. in dem Interview geht es auch um die strategische Orientierung dieser bundesweiten Zusammenschlüsse am Beispiel des Antiislamkongresses in Köln: Diskussion hier
Die Blogwelt hat die Diskussion aufgegriffen und eifrig diskutiert:
Bikepunk hat zwei Beiträge dazu veröffentlicht.
Auch im*moment*vorbei hat sich dazu geäußert und eine ausführliche Diskussion angezettelt.
Diskussion gab’s auch bei Rockstar und M-Punkt. Allerdings hat die Diskussion bei M-Punkt weniger eine Standortbestimmung der Antifa, sondern eine Diskussion um das GSP-‘Argument‘, dass eine Gegnerschaft zum Faschismus eine Parteinahme und ein Lob der Demokratie bedeuten würde, ausgelöst… wer’s mag.
Erinnern möchte ich hier auch noch daran, dass dies natürlich nicht die erste Antifa-Debatte ist. Vor einigen Jahren gab’s in der Phase Zwei schonmal so eine Diskussion, die ich hier auch kurz dokumentieren möchte:
Gestartet in der Ausgabe 14 mit dem sympathischen Titel ‚Wie deutsch sind die Nazis?‘, fortgesetzt mit der ‚Wort zum Sonntag – Flaschenpost an die Restvernunft‘ der Autonomen Antifa [f], dem ‚Antifa Chainsaw Massacre‘ von Bad Weather und einem Abschlussbeitrag der KP Berlin. Dazwischen gab’s noch einige andere Beiträge, die sich alle online bei der Phase 2 nachlesen lassen.
D.h. entgegen der Vermutung mancher KritikerInnen findet Antifa nicht nur in Form sportlicher Betätigung auf der Straße, sondern auch in Papierform als theoretische Auseinandersetzung statt.

Vote or die!

Jetzt läuft die Abstimmung bei politischesplakat und die Blogwelt trommelt schon für den jeweiligen Favoriten. Aktuell liegt mein persönlicher Favorit vorne und das soll natürlich auch so bleiben. Also geht voten oder P. Diddy macht euch Beine:

Und jetzt kommt die Werbung…

Gestern war im Jz Dorfen CD-Release-Party von ‚Tut das Not‘. Eine der wenigen Punk-Kapellen die nicht nur mit guter Musik, sondern auch noch mit intelligenten Texten aufwarten können und das schon seit 10 Jahren.
Auf ihrer MySpace Seite kann man ein bisschen reinhören, insbesondere auch 3 Lieder vom neuen Album stehen zum Abruf bereit. War echt n klasse Konzert, mal abgesehen davon, dass Punkmusik unweigerlich Punks anzieht. Eine wirklich störende Nebenerscheinung, denn irgendwie kann ich mich nicht daran erfreuen, wenn sich irgendwelchen 16 jährigen Halbstarken gegenseitig mit Bier überkippen oder meinen Pogo müsste notwendigerweise Verletzte nach sich ziehen. Punk ist einfach nur noch die jugendliche Abasselphase von irgendwelchen Kiddies, die ihre Eltern durch die zur Schau gestellte Blödheit erschrecken wollen. Zum Glück hab ich mir die neue Tut das Not CD gleich käuflich erworben und muss deswegen so schnell nicht mehr auf ein Punkkonzert.

Tut das Not

P.S.: Tut das Not haben die beste Version des Arbeitereinheitsfrontliedes, die jemals der Öffentlichekeit zugänglich wurde, auf ihrem Album Fremdwelt veröffentlich. Unbedingt besorgen!

Das beste, das schönste, das tollste…

Leistungsgesellschaft 2008/2009: Popstars, Germanys next Topmodel, Deutschland sucht den Superstar und ab diesem Jahr The biggest Looser… egal ob man angeblich singen, tanzen, laufen oder auch nur abspecken kann, es gibt immer eine Show in der man sein Können mit dem von anderen in Form eines Wettkampfes vergleichen kann. Konkret hat dies mal treffend als die Kulturalisierung und Vermarktung der Bewerbungssituation beschrieben, denn der einzelne wird darauf konditioniert noch jede entwürdigende Aufgabe über sich ergehen zu lassen, solange er davon träumen darf, dafür mit einem miesen Knebelvertrag ‚entschädigt‘ zu werden.
Doch jetzt kommt die politisch korrekte Ersatzdroge, das Spice der Castingshows, in Form von Abstimmungen über Germanys next Top Transpi in verschiedenen Ausführungen und ganz aktuell die Wahl zum besten Plakat 2008 bei politischesplakat. Mein persönlicher Favorit von der Redical M ist auch schon nominiert, sobald die Abstimmung gestartet wird, werdet ihr natürlich informiert:

Rot-brauner Vollpfosten

Jürgen Elsässer, seines Zeichens Mit-Begründer der antideutschen Linken und heute Nationalbolschewik, will jetzt anscheinend endgültig die Lager wechseln. Nach seinen bisherigen Entgleisungen hätte man sich gewünscht, dass er einfach mal die Fresse hält. Via im*moment*vorbei erfahre ich nun von Jürgens nächstem Erfolgsmodell: Eine „Volksinitiative gegen Finanzkapital“, die sich auch sofort breiter Beliebtheit erfreut, nämlich von Seiten der NPD Berlin. Man kann nur hoffen, dass Elsässers geistige Irrfahrt nun endlich ein Ende findet und er endlich in der NPD seine neue Heimat findet.

Krieg im Nahen Osten – Kurzkommentar

Seit Tagen tobt eine recht blutige Militäroffensive Israels durch Gaza. Neben der berechtigten Sorge um das Leid der Zivilbevölkerung ist der Konflikt politisch so aufgeladen, dass es mit einem einfachen Ruf nach Frieden nicht getan ist. Ganz im Gegenteil lauern überall ganz falsch Freunde, mit denen man rein gar nichts zu tun haben möchte. Da gibt es die bellizistische Anti-D Fraktion, die jede Bombe für ne antifaschistische Tat hält, und da gibt es die JungeWelt, die mich hier ja schon öfter beschäftigt hat (Diskussion zum aktuellen Konflikt gabs auch in der Kommentarspalte eines älteren Beitrags von mir).
Aktuell hat mal wieder Werner Pirker seine ‚Meinung‘ zum Besten gegeben. Schon der Titel ist gruselig: „Selbstverteidigung. Zivilisten als Zielobjekt“, denn mit Zivilisten als Zielobjekt meint er nicht etwa die Hamas, die mit ihren Raketen NUR auf Zivilisten schießt, sondern Israel. Ansonsten bringt er es fertig, in dem ganzen Text nicht ein einziges Mal zu erwähnen, dass es auch israelische Opfer von Hamas-Raketenangriffen gibt. Stattdessen zeichnet er ein Bild von einer blutberauschten Armee, die sich gerade noch zurückhält, um nicht kleine Kinder zum Frühstück zu essen. Ansonsten schwelgt der Autor wie üblich in Bewunderung über die „räumliche und auch organische Verbindung zwischen Widerstandsbewegung und Bevölkerung“, die sich gegen Israel nur mit „verzweifelten palästinensischen Widerstandsaktionen“ wehrt. Was Hamas-Sympathistanten wie Pirker in der Linken verloren haben….
Dabei hat Redok erst über durchaus fruchtbare Verbrüderungsaktivitäten von Nazis und Islamisten berichtet, vielleicht käme Pirker das gelegen.
Ein interessanter Beitrag, da nicht auf typisch deutsche Grabenkämpfe aus, findet sich bei Cosmoproletarian Solidarity mit dem charmanten Titel ‚Querfront sucks! Gegen Krieg und Islamismus!‘, in dem insbesondere die Tendenz sich mit reaktionären Bewegungen zu solidarisieren, nur weil diese in einem Konflikt die unterlegene Partei sind, kritisiert wird.

Drogen für den GSP

Eine nette Blog-Diskussion bei Wendy zum Konsum von Drogen. Neben dem ernsthaften Bemühen von M-Punkt den Drogenkonsum als Schädigung der wahren Suche nach Glück zu diskreditieren, gibt’s einiges zu lachen und viele (gute?) Cocktailtipps….




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